Lange habe ich nichts mehr geschrieben, aber bevor ich noch den Rest meines Sommers erläutern möchte, kommt hier ein kurzer herbstlicher Einschub.
Auslöser sind zum einen mein Besuch in dem sehr empfehlenswerten Film „The social network„, der, auf einem Roman basierend, die Entstehungsgeschichte von facebook und ein klein wenig die Persönlichkeit des Schöpfers Mark Zuckerberg beleuchtet.
Zum Anderen ist es ein Erlebnis, dass ich diese Woche in der S-Bahn hatte.
Zunächst mal keine Panik aufgrund des Titels. facebook ist und bleibt eine Online-Erscheinung, wenngleich es durch diverse Smartphones mit Internet-Zugang und eingebauter Kamera immer mehr den Alltag einfängt.

Dennoch klagen viele Leute über den großen Abschlag, den facebook dem Privatleben und der Privatsphäre vieler Leute erteilt, meistens freiwillig, manchmal unfreiwillig.
Hier kommt nun mein Erlebnis in der S-Bahn zum tragen, wobei es eher um den Schutz privater Daten geht. Auch in dieser Hinsicht werden facebook, die anderen sozialen Netzwerke, ohnehin das gesamte Internet, aber auch manche Dienstleister wie Easycash, Payback oder Ähnliche ja immer häufiger kritisiert.

Ich saß also nichtsahnend in der S-Bahn, als mein Blick auf die Zeitung meines Gegenübers fiel. Das „Mitlesen“ einer Zeitung in der S-Bahn ist meines Erachtens nicht weiter ungewöhnlich. Ungewöhnlich hingegen war, dass ich auch in der Lage war, den doch recht auffälligen Adressaufkleber auf der Titelseite zu lesen. So wäre ich also in der Lage gewesen absolut unauffällig und ohne große Mühe die Adresse des netten Geschäftsmanns aufzunehmen.
Gut, Adressen stehen auch im Telefonbuch, aber sein Nebenmann hat den Vogel abgeschossen. Der schmökerte ohne mit der Wimper zu zucken in einem Formular für einen Bausparvertrag. Hierbei sprangen mir ein voller Name samt Geburtsdatum und viele andere Zahlen ins Gesicht. So blieb mir also nur der gebannte Blick aus dem Fenster, um nicht zum Datendieb zu werden. Strafbar würde ich mich hierbei zwar nicht machen, weil die Daten weder „gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind“ (§220a, Abs. 1 StGB) noch „elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind“ (§220a, Abs. 2 StGB), aber man will ja nicht unbedingt mehr über Fremde wissen, als nötig.

Abgesehen von diesem Erlebnis wurden auch schon öfters komplette Handynummern vor meinen Augen bzw. Ohren diktiert oder halbe Lebensgeschichten erzählt. Ob das jetzt für oder gegen die Benutzung des ÖPNV spricht, muss jeder selber wissen.
Ich schlage nur vor, sich auch mal über diese „Datenpannen“ Gedanken zu machen und vielleicht in der Öffentlichkeit etwas vorsichtiger zu sein 🙂