Zufällig sah ich am 7. Februar die Polittalk-Sendung Anne Will mit der gleichnamigen Moderatorin.
Das Thema lautete „Steuerflüchtlinge am Pranger – Reiche ohne Moral?“ und es ging um den geplanten Kauf einer CD mit Daten von potentiellen Steuersündern durch die Bundesregierung.
Dieses viel diskutierte Thema möchte ich hier nicht thematisieren, hier sei ein Artikel eines Freundes empfohlen.

Mir geht es vielmehr um den Verlauf der Diskussion und die Art und Weise, wie Anne Will die Runde geleitet hat.
Wobei das Wort „geleitet“ hier schon eine eher wohlwollende Umschreibung wäre.
Nicht nur, dass Frau Will ihre Gäste (u.a. Heiner Geißler, Sahra Wagenknecht und Hans-Olaf Henkel) nicht unter Kontrolle hatte und die Diskussion dadurch einige Male in einem heftigen Durcheinander endete. Die Art und Weise, wie sie ihre Gäste unterbrach oder das Thema wechselte, entbehrte jeglichen Formen der Höflichkeit. So lies sie die Diskussions-Teilnehmer in den seltensten Fällen ausreden oder stellte einfach eine neue Frage an jemand Anderen und lies den aktuellen Redner buchstäblich „vor die Wand laufen“.

Ich finde es sehr schade, dass noch nicht mal in einer Polittalk-Sendung im öffentlich rechtlichen Fernsehen (von denen es wahrlich genug gibt) gewisse Formen des sozialen Umgangs gepflegt werden. Es gibt immerhin genug Sendungen, die gerade hieraus ihr Kapital schlagen.

Zum Abschluss noch einige Kritiken zur behandelten Sendung:
Frankfurter Rundschau
Süddeutsche Zeitung
evangelisch.de (hier kommt Anne Will zugegebenermaßen deutlich besser weg)