November 2009


Da mein Standard-Sender WDR2 zuletzt Wartungsarbeiten an seinem Sender durchgeführt hat, musste ich zeitweise auf den ansässigen Lokalsender ausweichen. Dieser unschöne Umstand sollte sich aber bald doch als positiv erweisen, zumindest in einem Punkt.
Auf besagtem Lokalsender wurde nämlich für eine neue Zeitung geworben, genauer gesagt für die Welt kompakt. Die drei Spots für diese Zeitung enthielten Thesen und Fragen, die mich doch sehr betroffen gemacht haben, weil ich mich bei fast allen angesprochen fühle (und ich denke, da bin ich nicht allein). Die Kampagne läuft unter dem Titel „Sind wir reif für eine neue Zeitung?„.

Zu den Radiospots gehört auch Plakatwerbung:

Lieblinge Bäcker Mama

Der erste Spot thematisiert ein wenig die totale Vernetzung und was dran ist:

Hey, kennt Ihr das auch?
Wir lesen Mails, während wir an einer Ampel warten oder checken den Song, der gerade noch im Radio lief.
Im Büro rufen wir dann als erstes die Online-News auf, obwohl wir genau das schon heute morgen beim Frühstück getan haben.

Sind wir wirklich schlauer als früher, nur weil wir von überall Zugriff auf alle Informationen haben?

Der zweite Spot handelt ein wenig von der Bequemlichkeit, die bei uns entstanden ist:

Hey, es hat ein paar Jahre gebraucht, aber jetzt, jetzt hat uns das Internet umzingelt.
Oder umzingeln wir gerade die Welt?
Erst googlen wir die Öffnungszeiten vom Museum und dann die vom Bäcker gegenüber.
Wir merken uns 20 Passwörter, aber nicht mal unsere eigene Festnetznummer.

Ist es wirklich gut, unsere Informationen nur noch im Internet vorzuhalten?

Im letzten Spot schließlich geht es um die Datenflut, in der wir zu versinken drohen:

Hey, versteht Ihr das?
Wir haben 10.000 Fotos auf unserer Platte, aber keine Zeit, sie anzusehen.
Wir haben Musik für 21 Tage non Stop, aber keinen Urlaub mehr.
Und wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die Echten brauchen.

Besonders der letzte Satz ist sehr bezeichnend.
Überlegt selbst, wie viele „Freunde“ Ihr bei (studi/mein/schüler)VZ, facebook, MySpace, XING, Wer-kennt-wen, Lokalisten, StayFriends usw. habt und wen Ihr davon wirklich als Freund bezeichnen würdet.

Um den Werbeblock abzuschließen, schließen die Spots jeweils mit der Frage:

Sind wir reif für eine neue Zeitung?
Welt kompakt. Kurz. Anders. Gedruckt.

Die Radiospots können auf dem facebook-Profil angehört werden.

Ich finde, ein sehr interessanter Ansatz, der unsere Informationsgesellschaft gekonnt karikiert und auf „alte Tugenden“ wie z.B. das „offline“ lesen hinweist.

Also, wir sehen uns offline 😉

Nachdem ich länger nichts mehr geschrieben und noch viel länger nichts mehr aus meinem Leben erzählt habe, kommt nun mein Bericht über meinen Sommer 2009.

RegenbogenAlles fing an mit den Sommerferien (die ich natürlich schon seit Jahren nicht mehr kenne).
Direkt in der ersten Ferienwoche ging es los ins diesjährige Jungschar Zeltlager nach Niederdresselndorf.

Dieses war ein besonderes, da es zum ersten Mal unter neuer Leitung statt fand, aber eins nach dem Anderen.

Das Motto in diesem Jahr lautete

Superhelden

Entdecke den Helden in Dir!

Dementsprechend ging es hoch her im Lager.
Es ging um Fragen wie:

  • Was ist ein Superheld?
  • Was kann ein Superheld?
  • Bin ich ein Superheld?
  • Und muss ich überhaupt ein Superheld sein?

Hiermit beschäftigten sich die Bibelarbeiten und diverse Andachten.

In den Workshops ging es wie immer mehr praktisch zu. Unter anderem wurden Superhelden-Werkzeuge und Kostüme hergestellt. Außerdem gab es wieder den fast schon traditionellen „Lagerverteidigungs-Workshop“ und dieses mal auch wieder passend zum Thema einen Showkampf-Workshop, dessen Höhepunkt eine Vorführung mit diversen Superhelden beim Elternabend war.
Team 2009
War sonst noch was…? Achja, die neue Leitung. Die hat sich mehr als bewährt und wird sehr wahrscheinlich auch im nächsten Jahr wieder am Start sein. Auch das übrige Team konnte dieses Jahr voll überzeugen. Unser Küchenteam war zum zweiten Mal dabei und überzeugte mit guter Auswahl und überdimensionalen Pfannkuchen ;-). Der Rest des Teams war dieses Jahr außergewöhnlich jung, was sich auch in der Nachtaktivität bemerkbar machte.

Also dann bis nächstes Jahr!

Ich freu mich drauf!


Zwei Wochen nach dem Zeltlager kam die nächste Freizeit.

Es ging für zwei Wochen mit 40 Teenagern nach Dänemark, genauer gesagt nach Hov (gesprochen Hou!).

Sonne über der OstseeNach einer laaangen Busfahrt kamen wir, bei herrlichstem Sonnenschein, in unserem Domizil, einem Sportinternat an.
Dort erwartetet uns schon die Gruppe, die die vergangenen zwei Wochen dort verbracht hatte. In einem ersten Fußballspiel unterlagen wir haushoch. Dem Gruppenzusammenhalt der Anderen war einfach nichts entgegen zu setzen.

Das war aber nach der Abreise unserer Vorgänger schnell vergessen und wir stürzten uns kopfüber ins Vergnügen. Wir spürten, dass das Motto der Freizeit „God is real!“ nicht nur ein Spruch, sondern tatsächlich Realität ist, Gott ist Realität! Das wurde in den Einheiten, Kleingruppen und insgesamt sehr deutlich.
Unser sensationelles Küchenteam zauberte eine Wahnsinnsmahlzeit nach der Anderen auf den Tisch, so dass wir nur noch staunen konnten.Gruppenfoto Dänemark

Auch die Spiele, Workshops und Sportaktivitäten erfreuten sich großer Beliebtheit. Besondere Highlights waren eine Kanutour über die Ostsee, eine Städtetour ins nahe gelegene Århus, und eine Inseltour nach Tuno (gesprochen Tunö). Diese kleine (120 Einwohner) Auto-freie Insel hat es uns wirklich angetan.Schattenmann

Viel zu schnell gingen die zwei Wochen vorbei und es kam, wie es kommen musste. Die Gemeinschaft, zusammen gewürfelt aus allen Teilen Deutschlands musste sich wieder trennen. Vom verfrühten Abreisen einiger Teilnehmer bis zum absoluten Ende am Ausgangspunkt.

In eigener Sache noch ein paar Kommentare:
Für mich war es die erste Teenager-Freizeit als Mitarbeiter. Dementsprechend war es für mich ein kleines Experiment, denn ich wollte heraus finden, ob ich mit dieser Altersgruppe klar komme (und sie mit mir ;-)).
Und natürlich, ob ich dieser Altersgruppe etwas zu geben bzw. zu erzählen habe.
Abschließend kann ich sagen:
Das Experiment ist geglückt!

Es war eine schöne Zeit und das Nachtreffen kommt bald 🙂


Eine weitere Woche später habe ich mich dann erneut auf den Weg in den Norden gemacht.
Jetzt aber alleine und auch nicht soo weit. Die Reise endete in Grube (ja, der Ort heißt wirklich so) an der Ostsee.
Dort war ich zur Hochzeit eines sehr guten Freundes eingeladen.

Ich will hier gar nicht viele Worte machen, denn der Artikel ist schon lang genug. Es war ein sehr schönes Wochenende, wir hatten viel Spaß und extrem gutes Wetter.
Die Feier war durchsetzt von Beiträgen aus seiner „alten“ Heimat und es gab eine Menge zu lachen.
Und natürlich war ich einer der Letzten auf der Feier 😉

An dieser Stelle möchte ich dem Brautpaar nochmal alles Gute und Gottes Segen für Euren gemeinsamen Weg wünschen (Ihr wisst schon, dass Ihr gemeint seid).


Kommen wir zum letzten Abschnitt.

Wenn man schon mal 500 km in den Norden fährt, dann sollte sich der Trip auch lohnen. Nicht, dass eine Hochzeit für mich schon Grund genug wäre (Bin im September 2008 14 Stunden Auto gefahren für einen Hochzeitsaufenthalt von 24 Stunden :D).
Daher habe ich mir überlegt, im Anschluss an die Hochzeit noch zwei Tage Urlaub dran zu hängen, um Freunde im Norden zu besuchen.
Also bin ich von Schleswig-Holstein aus, noch ca. 600 km durch das schöne Mecklenburg-Vorpommern gefahren und habe eine Gemeinde und ein befreundetes Ehepaar besucht.

Beide Besuche waren sehr schön und schreien geradezu nach Wiederholung.

Insgesamt habe ich an diesen 4 Tagen ca. 1500 km zurück gelegt.
Eine sehr gute Vorbereitung auf mein Urlaubs-Projekt 2010, aber dazu später mehr.

So, lange Rede, kurzer Sinn: Das war mein Sommer 2009 🙂
Ich fands gut!