Leute, die mich besser kennen wissen, dass ich mein Wissen, ob nutzlos oder nicht, gerne aus der Wikipedia beziehe. Mir ist dabei allerdings durchaus bewusst, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
Außerdem würden sich die Auswirkungen von Falsch-Informationen in meinem Fall durchaus in Grenzen halten.

Nicht so bei Personen, deren Informationsbeschaffung öffentliche Auswirkungen hat, gemeint sind Journalisten.
Natürlich weiß jeder, dass es hier durchaus Unterschiede gibt, beispielsweise zwischen Boulevardzeitungen und Wirtschafts- oder Politmagazinen.
Eines scheinen viele dieser Magazine aber gemeinsam zu haben: Wikipedia.

So stolperte ich vor einigen Tagen über einen Eintrag bei BILDblog.de (nebenbei sehr zu empfehlen).
Hier hat ein anonymer Reporter kund getan, dass er unserem neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, in seinem Wikipedia-Eintrag über Nacht einen elften Vornamen, nämlich „Wilhelm“ angedichtet hat. Dieser Vorname tauchte daraufhin am nächsten Tag, als die Ernennung zum Wirtschaftsminister bekannt war, in einigen teils hochrangigen Magazinen auf.
Ich empfehle, den kompletten Artikel zu lesen.

Dieser Umstand gestattet einen kleinen Einblick in die Arbeitsmoral deutscher Journalisten und macht deutlich, dass das Konzept der Wikipedia viele Vorteile aber eben auch Nachteile hat.
Ich möchte hiermit auch nicht deutsche Journalisten schlecht reden, sondern nur allgemein zu mehr Vorsicht aufrufen. Erst recht, wenn man plant, die Informationen öffentlich zu verwenden.
Das Titanic-Magazin bringt das Ganze auf den Punkt.

Ich glaube, unsere Lehrer und Professoren haben vollkommen Recht, wenn sie uns ermahnen, die Wikipedia nicht als einzige Quelle zu benutzen. Aber sie ist ein sehr guter, weil extrem gut verlinkter Ausgangspunkt.

Zum Abschluss möchte ich gerne noch auf ein Interview mit dem „Wilhelm-Fälscher“ hinweisen.