Wenn man sich in den Berufssverkehr wagt, sei es mit dem Auto oder mit dem ÖPNV, hat man immer dieses Gefühl, dass es irgendwie nicht genug Platz für uns alle gibt. Diese Raumnot auf den Straßen und in den Bahnen hat jedoch ganz plausible Gründe, die auch für jeden nachvollziehbar sein dürften.
Was jedoch, zumindest für mich, nicht nachvollziehbar ist, ist die Tatsache, dass die Spezies Mensch auch an dieser Stelle wieder einen drauf setzen kann. Ich spreche von der Erzeugung „künstlicher Enge“ durch einige unserer Mitmenschen. Leute, die an öffentlichen Plätzen, wie Bahnhöfen, Unterführungen o.ä. stehen bleiben, um sich zu unterhalten, den Schuh zu zu binden, oder eine SMS zu schreiben, tun dies immer genau dort, wo sich ohnehin schon ein Engpass befindet. Im ersteren Fall stehen sie logischerweise nicht einmal alleine, sondern zu mehreren zusammen und sorgen dafür, dass der schon vorhandene Flaschenhals immer enger und enger wird.
Kann man dieses Verhalten nun auf den Wunsch nach körperlicher Nähe zu seinesgleichen zurück führen? Oder vielleicht auf den unbedingten Wunsch unangenehm aufzufallen? Oder nur auf die schlichte Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft?
Vielleicht ist das auch ein bißchen übertrieben und der Mensch hat sich einfach an diese Enge gewöhnt und möchte sie auf keinen Fall auch nur einen Augenblick vermindert oder gar verloren wissen.