Dieses Jahr fand nun schon zum 30. mal unser Jungschar-Zeltlager in Niederdresselndorf statt. Ich war das vierte Mal als Mitarbeiter dabei. Als Kind durfte ich fünf mal dabei sein. Auch wenn es dadurch mittlerweile ein sehr vertrautes Gefühl ist dort zu sein, so ist es doch jedes Jahr wieder etwas neues und aufregendes.
Unsere Gruppe war etwas kleiner als die letzten Jahre (33 <> 60 Kinder). Als Betreuer waren 9 Mitarbeiter, 3 Küchenleute und 1 Hausmeister vor Ort präsent, um den Kindern den Aufenthalt so spannend und entspannend wie möglich zu gestalten.

Das Wetter begrüßte uns nicht gerade herzlich mit einigen Regenschauern, die das Gepäck abladen und Zelte beziehen etwas erschwerten. Der Himmel klarte jedoch schnell auf und das schöne Wetter lies uns (fast) nicht mehr im Stich (s.u.).
Das Programm war durchaus klassisch aufgebaut mit Geländespielen, Bibelarbeiten und Workshops. Unser KapitänNeu war jedoch, dass unser Thema „Die Schatzinsel“ sehr viel mehr Einfluss auf das Programm nahm, als die letzten Jahre. So waren anfangs alle als Piraten verkleidet und der Kampf und die Freibeuterei standen im Vordergrund. Im Laufe der Woche kam jedoch heraus, dass es um viel mehr geht als nur Gold und Silber zu erbeuten. Nämlich darum, dass Gott einen viel viel größeren „Schatz“ für uns bereit hält. Das machten selbst entworfene Spiele, einige Andachten und letztendlich der Wandel von den Piraten zur Karibik-Gesellschaft den Kindern nach und nach deutlich.
Das Finale bildete dann eine Andacht am letzten Tag, bei der jedes Kind seinen ganz persönlichen Weg zu seinem Schatz finden musste.

Nebenbei gab es wie immer viel Spaß miteinander: Singen am Lagerfeuer, gemeinsame Mahlzeiten, Wasserschlachten gegen die Hitze und viel Gemeinschaft zwischendurch. Da konnten die feindlichen Angriffe, die des Nachts ein Entwenden der Jungschar-Fahne zum Ziel hatten, auch nicht die Stimmung trüben.Stockbrot

Die Kinder kamen voll auf ihre Kosten und erlebten die Mitarbeiter ganz anders als von zu Hause gewohnt. So entpuppten sich einige Mitarbeiter als hervorragender Wecker-Ersatz, andere konnten als Transportmittel überzeugen und wieder andere liessen ihr kindliches Gemüt wieder aufleben, als es daran ging das schmutzige Geschirr vom Mittagessen wieder in einen sauberen Zustand zu versetzen. Auch der Tagesflug in eine Höhle in Ennepetal mit Schatzsuche unter Tage war ein besonderes Erlebnis.

Am letzten Tag wurde die Gruppe dann noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Nach dem Mittagessen zog der Himmel zu und der Sonnenschein wich sintflutartigen Regenfällen und schwerem Gewitter. Der Zeltplatz verwandelte sich augenblicklich in ein Schlammbad, dem nur noch mit Ablaufgräben, Unmengen Sägespähnen und dem Einsatz der örtlichen Feuerwehr beizukommen war. Der geplante Elternabschiedsabend fiel buchstäblich ins Wasser. Die Kinder wurden von der Feuerwehr ins Dorf in ein Gemeindehaus gefahren und dort direkt von den Eltern abgeholt, was natürlich ein großes Erlebnis für die Kinder war. Letztendlich hörte der Regen auf und die Mitarbeiter konnten im Trockenen auch ihre Sachen packen und am nächsten Tag abreisen.

Insgesamt war es ein wunderbares Zeltlager mit einer sehr guten Zusammensetzung von Kindern und Mitarbeitern. Auch wenn die Woche mit einigen Krankenhaus-Besuchen und teilweisem Heimweh überschattet wurde und der letzte Abend völlig ausfiel, liessen wir uns die Stimmung nicht verderben und haben gemerkt, dass Gott bei uns ist.

Lagermotto

Ahoi, bis zum nächsten Jahr!