So, jetzt zur Abwechslung mal ein einfacher Bericht aus meinem Leben.

Ich war vorgestern bei „Calling all Nations„. Manche werden vielleicht fragen: „Waddn datt?“ Ist zwar traurig, dass Ihr nichts davon mitbekommen habt, aber ich erkläre es Euch gern.
„Calling all Nations“ ist ein internationales Worship-Event, initiiert von Noel Richards, einem bekannten englischen Lobpreis-Leiter. 1997 war das erste Festival dieser Art im Wembley-Stadion, London. Das nächste mal soll es in Budapest statt finden. Vertreten waren internationale Größen der Lobpreis-Musik.

Ich bin am Freitag abend mit Leuten aus unserer Nachbargemeinde Rupelrath und einigen Leuten aus meiner Gemeinde mit einem 60er Jahre Bus des DRK 😉 nach Berlin gestartet. WurstbudeDa an diesem Tag auch die „Loveparade“ in Berlin statt gefunden hat, sind wir sehr früh los gefahren. Wie zu erwarten war, waren wir dadurch auch sehr früh (6 Uhr morgens) am Olympiastadion. Da der Einlass erst um 9 Uhr begann, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit einigen von der Gruppe in die Innenstadt gefahren und haben uns die Berliner Sehenswürdigkeiten angesehen.

Um 9 Uhr ging es dann endlich ins Stadion. Der Innenraum sah zuerst einmal sehr merkwürdig aus, da der Rasen verschwunden und nur noch ein beige-farbener Acker zu sehen war. Wir hatten Plätze in der Ost-Kurve und die Bühne war ganz am anderen Ende aufgebaut, so dass man die Leute dort nur über die (eben soweit entfernten) Leinwände erkennen konnte. Außerdem war das Stadion zu diesem Zeitpunkt nur sehr spärlich gefüllt.

Um 10:45 ging es dann, etwas früher als geplant, endlich los. Eine große Parade von Fahnen zog ins Stadion ein und die „Psalm Drummers“ eröffneten mit sehr eindringlichen Klängen. Der erste Block war sehr anstrengend. Das lag zum einen daran, dass die Nacht zuvor im Bus recht kurz war und ich doch relativ stark mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte. Aber zum Anderen war es ein regelrechtes Abklatschen von Worship-Größen auf der Bühne. Das machte es sehr schwer in eine richtige Anbetung hinein zu finden. Ganz abgesehen davon, dass ich es zum Beispiel sehr schade fand, dass Claas P. Jambor nur ein (sehr gutes) Lied, nämlich „Open Skies“ gespielt hat. Andererseits bin ja nicht dort hin gekommen, um meine Stars zu sehen, sondern Gott zu loben, aber auch das war wie gesagt schwierig.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter und der Ablauf wurde besser. Lothar Kosse’s „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ war einfach beeindruckend mit 20-30.000 Leuten zu singen. Auch die Stimmung im Stadion insgesamt wurde deutlich besser (ca. 20 Laola-Wellen sprechen für sich 😉

PublikumDer dritte Block nach einer weiteren kurzen Pause war dann nur noch beeindruckend. Tim Hughes und Reuben Morgan von Hillsong United haben mit (endlich bekannten) Liedern das Stadion zum kochen gebracht. Die Stimmung war bombastisch, es wurde gehüpft, getanzt, gejubelt und eine Welle jagte die nächste.
Gegen Ende kamen dann Walter Heidenreich und Tengerin Doo. Diese haben allerdings ziemlich den Anschluss verpasst, indem sie in die totale Euhporie nach einem sehr fetzigen Lied extrem ruhige Töne angeschlagen haben. Da hätte man flexibler sein müssen. Den Abschluss bildeten dann Delirious und Matt Redman. Erstere boten eine sehr solide Nummer mit „Rain Down“, „Solid Rock“ und „History Maker“. Matt Redman hatte es da sehr leicht, hat aber auch die passenden Lieder gespielt („Dancing Generation“, „I will dance“, „Blessed be your name“). Die Stimmung zu diesem Zeitpunkt war kaum zu überbieten. Dann kam noch einmal Noel Richards mit einem etwas ruhigeren Lied zum Finale.

Insgesamt kann man sagen, dass es ein sehr guter Tag mit guter Musik und noch besserer Stimmung war. Aber ob sich einfach nur hierdurch etwas verändert, mag ich zu bezweifeln. Es ist zwar gut und wichtig Gott zu loben und zu preisen, aber irgendwie kam zu wenig wirklicher Inhalt dabei rum. Von daher wird mir der Tag sicherlich in guter Erinnerung bleiben, aber eben mehr auch nicht.

Buehne mit Kreuz