August 2006


Dieses Jahr fand nun schon zum 30. mal unser Jungschar-Zeltlager in Niederdresselndorf statt. Ich war das vierte Mal als Mitarbeiter dabei. Als Kind durfte ich fünf mal dabei sein. Auch wenn es dadurch mittlerweile ein sehr vertrautes Gefühl ist dort zu sein, so ist es doch jedes Jahr wieder etwas neues und aufregendes.
Unsere Gruppe war etwas kleiner als die letzten Jahre (33 <> 60 Kinder). Als Betreuer waren 9 Mitarbeiter, 3 Küchenleute und 1 Hausmeister vor Ort präsent, um den Kindern den Aufenthalt so spannend und entspannend wie möglich zu gestalten.

Das Wetter begrüßte uns nicht gerade herzlich mit einigen Regenschauern, die das Gepäck abladen und Zelte beziehen etwas erschwerten. Der Himmel klarte jedoch schnell auf und das schöne Wetter lies uns (fast) nicht mehr im Stich (s.u.).
Das Programm war durchaus klassisch aufgebaut mit Geländespielen, Bibelarbeiten und Workshops. Unser KapitänNeu war jedoch, dass unser Thema „Die Schatzinsel“ sehr viel mehr Einfluss auf das Programm nahm, als die letzten Jahre. So waren anfangs alle als Piraten verkleidet und der Kampf und die Freibeuterei standen im Vordergrund. Im Laufe der Woche kam jedoch heraus, dass es um viel mehr geht als nur Gold und Silber zu erbeuten. Nämlich darum, dass Gott einen viel viel größeren „Schatz“ für uns bereit hält. Das machten selbst entworfene Spiele, einige Andachten und letztendlich der Wandel von den Piraten zur Karibik-Gesellschaft den Kindern nach und nach deutlich.
Das Finale bildete dann eine Andacht am letzten Tag, bei der jedes Kind seinen ganz persönlichen Weg zu seinem Schatz finden musste.

Nebenbei gab es wie immer viel Spaß miteinander: Singen am Lagerfeuer, gemeinsame Mahlzeiten, Wasserschlachten gegen die Hitze und viel Gemeinschaft zwischendurch. Da konnten die feindlichen Angriffe, die des Nachts ein Entwenden der Jungschar-Fahne zum Ziel hatten, auch nicht die Stimmung trüben.Stockbrot

Die Kinder kamen voll auf ihre Kosten und erlebten die Mitarbeiter ganz anders als von zu Hause gewohnt. So entpuppten sich einige Mitarbeiter als hervorragender Wecker-Ersatz, andere konnten als Transportmittel überzeugen und wieder andere liessen ihr kindliches Gemüt wieder aufleben, als es daran ging das schmutzige Geschirr vom Mittagessen wieder in einen sauberen Zustand zu versetzen. Auch der Tagesflug in eine Höhle in Ennepetal mit Schatzsuche unter Tage war ein besonderes Erlebnis.

Am letzten Tag wurde die Gruppe dann noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Nach dem Mittagessen zog der Himmel zu und der Sonnenschein wich sintflutartigen Regenfällen und schwerem Gewitter. Der Zeltplatz verwandelte sich augenblicklich in ein Schlammbad, dem nur noch mit Ablaufgräben, Unmengen Sägespähnen und dem Einsatz der örtlichen Feuerwehr beizukommen war. Der geplante Elternabschiedsabend fiel buchstäblich ins Wasser. Die Kinder wurden von der Feuerwehr ins Dorf in ein Gemeindehaus gefahren und dort direkt von den Eltern abgeholt, was natürlich ein großes Erlebnis für die Kinder war. Letztendlich hörte der Regen auf und die Mitarbeiter konnten im Trockenen auch ihre Sachen packen und am nächsten Tag abreisen.

Insgesamt war es ein wunderbares Zeltlager mit einer sehr guten Zusammensetzung von Kindern und Mitarbeitern. Auch wenn die Woche mit einigen Krankenhaus-Besuchen und teilweisem Heimweh überschattet wurde und der letzte Abend völlig ausfiel, liessen wir uns die Stimmung nicht verderben und haben gemerkt, dass Gott bei uns ist.

Lagermotto

Ahoi, bis zum nächsten Jahr!

So, jetzt zur Abwechslung mal ein einfacher Bericht aus meinem Leben.

Ich war vorgestern bei „Calling all Nations„. Manche werden vielleicht fragen: „Waddn datt?“ Ist zwar traurig, dass Ihr nichts davon mitbekommen habt, aber ich erkläre es Euch gern.
„Calling all Nations“ ist ein internationales Worship-Event, initiiert von Noel Richards, einem bekannten englischen Lobpreis-Leiter. 1997 war das erste Festival dieser Art im Wembley-Stadion, London. Das nächste mal soll es in Budapest statt finden. Vertreten waren internationale Größen der Lobpreis-Musik.

Ich bin am Freitag abend mit Leuten aus unserer Nachbargemeinde Rupelrath und einigen Leuten aus meiner Gemeinde mit einem 60er Jahre Bus des DRK 😉 nach Berlin gestartet. WurstbudeDa an diesem Tag auch die „Loveparade“ in Berlin statt gefunden hat, sind wir sehr früh los gefahren. Wie zu erwarten war, waren wir dadurch auch sehr früh (6 Uhr morgens) am Olympiastadion. Da der Einlass erst um 9 Uhr begann, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit einigen von der Gruppe in die Innenstadt gefahren und haben uns die Berliner Sehenswürdigkeiten angesehen.

Um 9 Uhr ging es dann endlich ins Stadion. Der Innenraum sah zuerst einmal sehr merkwürdig aus, da der Rasen verschwunden und nur noch ein beige-farbener Acker zu sehen war. Wir hatten Plätze in der Ost-Kurve und die Bühne war ganz am anderen Ende aufgebaut, so dass man die Leute dort nur über die (eben soweit entfernten) Leinwände erkennen konnte. Außerdem war das Stadion zu diesem Zeitpunkt nur sehr spärlich gefüllt.

Um 10:45 ging es dann, etwas früher als geplant, endlich los. Eine große Parade von Fahnen zog ins Stadion ein und die „Psalm Drummers“ eröffneten mit sehr eindringlichen Klängen. Der erste Block war sehr anstrengend. Das lag zum einen daran, dass die Nacht zuvor im Bus recht kurz war und ich doch relativ stark mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte. Aber zum Anderen war es ein regelrechtes Abklatschen von Worship-Größen auf der Bühne. Das machte es sehr schwer in eine richtige Anbetung hinein zu finden. Ganz abgesehen davon, dass ich es zum Beispiel sehr schade fand, dass Claas P. Jambor nur ein (sehr gutes) Lied, nämlich „Open Skies“ gespielt hat. Andererseits bin ja nicht dort hin gekommen, um meine Stars zu sehen, sondern Gott zu loben, aber auch das war wie gesagt schwierig.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter und der Ablauf wurde besser. Lothar Kosse’s „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ war einfach beeindruckend mit 20-30.000 Leuten zu singen. Auch die Stimmung im Stadion insgesamt wurde deutlich besser (ca. 20 Laola-Wellen sprechen für sich 😉

PublikumDer dritte Block nach einer weiteren kurzen Pause war dann nur noch beeindruckend. Tim Hughes und Reuben Morgan von Hillsong United haben mit (endlich bekannten) Liedern das Stadion zum kochen gebracht. Die Stimmung war bombastisch, es wurde gehüpft, getanzt, gejubelt und eine Welle jagte die nächste.
Gegen Ende kamen dann Walter Heidenreich und Tengerin Doo. Diese haben allerdings ziemlich den Anschluss verpasst, indem sie in die totale Euhporie nach einem sehr fetzigen Lied extrem ruhige Töne angeschlagen haben. Da hätte man flexibler sein müssen. Den Abschluss bildeten dann Delirious und Matt Redman. Erstere boten eine sehr solide Nummer mit „Rain Down“, „Solid Rock“ und „History Maker“. Matt Redman hatte es da sehr leicht, hat aber auch die passenden Lieder gespielt („Dancing Generation“, „I will dance“, „Blessed be your name“). Die Stimmung zu diesem Zeitpunkt war kaum zu überbieten. Dann kam noch einmal Noel Richards mit einem etwas ruhigeren Lied zum Finale.

Insgesamt kann man sagen, dass es ein sehr guter Tag mit guter Musik und noch besserer Stimmung war. Aber ob sich einfach nur hierdurch etwas verändert, mag ich zu bezweifeln. Es ist zwar gut und wichtig Gott zu loben und zu preisen, aber irgendwie kam zu wenig wirklicher Inhalt dabei rum. Von daher wird mir der Tag sicherlich in guter Erinnerung bleiben, aber eben mehr auch nicht.

Buehne mit Kreuz