Nun ist es schon über eine Woche her, dass die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ihr Ende gefunden hat.
Und was war das für ein Ende. Ein eher langweiliges Finalspiel mit einem dann doch noch spannenden Elfmeterschießen.
Dazu kam ein Skandal um den französischen Superstar Zinedine Zidane, der kurz vor Ende der Verlängerung die Nerven verlor und durch eine grobe Tätlichkeit vom Platz gestellt wurde. Das machte es den Italienern dann noch einfacher am Ende den goldenen Pokal mit nach Hause zu nehmen, wenn auch meiner Meinung nach zu Unrecht.

Was bleibt nun für die Deutschen?
Denen bleibt der dritte Platz, der fast noch ruhmreicher gelang als der Weltmeister-Titel. Das bezeugten zumindest die Fans, die die Mannschaft am Sonntag des Finales um 12 Uhr in Berlin empfingen. Frenetischer Jubel und Dankeshymnen ließ einen fast glauben machen, wir wären Weltmeister geworden.
Außerdem bezeugen uns unsere Gäste und Nachbarn und auch die Fifa, dass die Weltmeisterschaft in Deutschland eine der besten aller Zeiten war. Die Leute aus den anderen Nationen haben sich wohl gefühlt, es gab wenig Unruhen und keine Skandale (vom Goleo ohne Hose mal abgesehen ;)). Sie haben die Gastfreundschaft und die Freude der Deutschen sehr genossen. Auch, dass wir in Würde verlieren können, rechnet man uns hoch an. Und auch die Fifa lobt die Organisation und den reibungslosen Ablauf dieser Weltmeisterschaft (Danke Franz!).

Langsam lässt die Euphorie jedoch nach. Die Fahnen an Autos und Häusern werden immer weniger und es kehrt Normalität ein. Nicht zu sehen sind die Ansätze eines neuen Nationalismus, die manche Experten in der WM-Euphorie zu sehen glaubten. Was geblieben ist, ist das gute Gefühl eine wunderbare WM ausgerichtet zu haben und im Turnier viel mehr erreicht zu haben, als die meisten vorher geglaubt haben.

Was leider nicht geblieben ist, ist unser Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der nun wirklich einen hervorragenden Job getan hat und den Deutschen neue Hoffnung für den Fußball geschenkt hat. Er hat seinen Vertrag nicht verlängert, weil er wie er sagt „ausgebrannt“ ist. Die vielen Steine, die ihm in den Weg gelegt wurden und das Misstrauen und die Zweifel, die ihm entgegen gebracht wurden, spielen allerdings sicherlich auch eine Rolle.

Also wünschen wir Jürgen alles Gute und freuen uns gemeinsam auf eine spannende Europameisterschaft 2008!